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4Daagse Blog 2015

Samstag 18. + Sonntag 19.07.2015

Samstag Abend, endlich ist es soweit! Einige von uns sind schon sichtlich aufgeregt und können es kaum mehr abwarten, loszufahren.
19:30 Uhr, es geht los!! Ab Dietlikon sind wir nun schon 13. Der Konvoi, bestehend aus zwei Fahrzeugen, setzt sich in Bewegung. Die nächsten Ziele sind: Der ``Fressbalken`` (Würenlos) und die Raststätte Pratteln. Mit zwei weiteren Hippos ist die Marschgruppe nun komplett und die Fahrt nach Nijmegen (NL) kann weitergehen.
Dank dem kaum vorhandenen Verkehr kommen wir zügig voran und nähern uns Kilometer um Kilometer unserem Ziel, dem Camp Heumensoord.
Kurz vor dem Ziel zeigt sich der Wettergott jedoch gar nicht von seiner gnädigen Seite und entleert das ganze, aufgestaute Wasser scheinbar auf einmal. Kurz vor der Holländischen Grenze werden wir so richtig begossen und es regnet den ganzen Rest der Strecke. Ein schlechtes Zeichen?? Ach woher, das lässt uns doch kalt!! Dann sind die mitgebrachten Gummistiefel doch nicht umsonst dabei?
Um 06:00 Uhr fahren wir im Camp ein, wie gewohnt beziehen wir unser Quartier (diesmal mit etwas veränderter Einrichtung) und bereiten uns darauf vor, die Stadt Nijmegen unsicher zu machen.
Natürlich darf das leckere ``Hamme-Sandwich`` nicht fehlen und bei der späteren Einkehr im ‘Camelot’ wird wieder ein ``Stammer-Max``bestellt.
Nach dieser Stärkung sind wir nun bereit, in den vielen Outdoor-Geschäften unsere Ausrüstung zu komplettieren und weitere Accessoires (für das Freizeitvergnügen??) zu besorgen.
Zurück im Camp steht nun der obligate, erste Besuch im Festzelt an und danach werden wir sehen, was uns der Abend noch so bringt…

Spruch des Tages:

„Las la bambele!“
„Es stand ’24 Stunden offen’ …“

Fund des Tages:

Obi’s Zeh

Montag 20.07.2015

Kaum aus dem Bett gequält, wird mit kleinen Augen die Umgebung gescannt. Sind die Nächte in Holland kürzer?? Der Schock des Tages erlitt wohl ganz klar Stefan*. Hat er doch vergessen, das er sein Portemonnaie gestern Abend im ``Hotelsave`` (unter der Matratze) versorgt hatte.
Der Tag beginnt mit der Übung ``Feuerio`` respektive dem Antrittsverlesen und der Kommandant begrüsst die Schweizer Marschdelegation offiziell im Camp.
Auch heute geht es wieder in die Stadt zum Morgenessen. ``Stramme-Maxe`` und etliche Colas wurden vertilgt.
Gestärkt macht sich ein Teil der Gruppe wieder auf, erneut die Sportgeschäfte zu durchforsten. Es könnte ja noch ein Schnäppchen übersehen worden sein. Richi ging derweil pflichtbewusst seiner Aufgabe als Betreuer nach. Marschverpflegung und Käse für danach muss besorgt werden. Als Packesel muss dieses Jahr, mangels ``Hämbi’s``, wieder Flavio herhalten.
Nach und nach treffen wir wieder im Camp ein und machen uns nun daran, die Packungen vorzubereiten und das Tenue für Morgen zu richten. Der kurze Regenschauer bringt uns auch diesmal nicht aus dem Konzept. Darauf sind wir ja auch schon vorbereitet. Wie Jedes Jahr haben wir unser Wohnzimmer im Freien mit einer Plane überdacht.
Nun geniessen wir ein Feierabendbier und beobachten den ``Catwalk`` der Schweden und Norweger direkt gegenüber.

*Name nicht geändert.


Fragen des Tages:

``Wo ist mein Portemonnaie!?!?``
``Hatten wir wirklich 22 Colas??``
Erfolg auf Englisch?  ``Schluckschess``

Fund des Tages:

Das Portemonnaie von Stefan* (Danke Chef!!)

Dienstag 21.07.2015

04:15 Tagwach. Eifrig werden Gefechtsvorbereitungen getroffen. Füsse tapen hier und die Gefechtsschmierung am Geschütz darf auch nicht unterschätzt werden.
Nun freuen wir uns auf ein reichhaltiges Frühstück. Als wir dann endlich an der Reihe waren, wurde uns mitgeteilt, dass leider das Brot ausgegangen sei!! Ok, dann gibts heute halt mal nur Knäckebrot!
Nach diesem etwas trockenen Start, stellen wir uns vor dem Zelt auf, bereit um loszumarschieren.
05:45 marschieren wir los und verschieben uns zum Square, wo wir dann noch eingescannt werden. Nun gibts kein zurück mehr!!
Nach dem Ausmarsch um 06:00 Uhr mit Defilee gehts zum ersten Mal auf die sogenannte ``Todesmeile`. Die schnurgerade Strecke, welche von der Hauptstrasse zum Camp führt.
Ungewohnt ruhig ist es auf dem nächsten Teil bis zum Stadtzentrum. Da jedoch dann die Überraschung, Die zivilen Läufer werden noch zurückgehalten, wohl bis alle Militärgruppen durch sind. Unter den ungeduldigen Blicken der zivilen Läufer marschieren wir also weiter zur Waalbrücke. So viel Platz hatten wir noch nie auf dem engen Gehweg neben der Fahrbahn!
Zum weiteren Marsch kurz und bündig: Mit gewohntem Durchschnittstempo absolvieren wir die erste Runde. Wir hatten ja auch die Weisung, nicht vor 14:00 Uhr wieder zurück im Camp zu sein.
Zum Leidwesen des Chefs blieb uns darum genügend Zeit, ihn ein wenig zu ärgern. Natürlich nicht mit Absicht!!
Mit dem Einlaufen in das Bierzelt schliessen wir den heutigen Marsch ab. Ein wohlverdientes Bierchen und dann ab unter die Dusche!! Bei Speck und Käse werden die Akkus wieder geladen, die Füsse sind dabei natürlich im kühlen Fussbad. Danke Richi!!
Abendessen, relaxen und dann ab in die Falle. Morgen geht es wieder um gleiche Zeit los!!

``Unwort`` des Tages:

``Palim Palim Palim Palim!!``

Mittwoch 22.07.2015

Der zweite Tag ist auch schon wieder vorbei und irgendwie gibt es kaum was zu berichten, waren es ja auch nur ca. 37 Kilometer.
Den Aufsteller des Tages jedoch, gab es bereits am Morgen beim Frühstück, es hatte Brot!!
Gut gestärkt also gehen wir wieder an den Start. 05:45 Uhr Abmarsch beim Camp und in gewohnter Manier begeben wir uns wieder auf die Strecke. Diesmal werden wir früher mit den zivilen Läufern zusammengeschlossen.
Die meiste Zeit über war es mehr oder weniger bedeckt, was uns sehr zu gute kam. Mit den vielen Eindrücken und High-Fives mit den Kids kommen wir gut voran und erreichen bald auch schon den zweiten Rast. Ab da drückt die Sonne dann doch etwas durch! Aber, marschieren müssen wir ja sowieso und so weit ist es auch nicht mehr. Heute hatte es auch mehr Leute am Rand, was natürlich auch immer ein grosse Motivation ist. Beim obligaten ``Cola-Halt``, kurz nach dem Zielgelände, werden wir von Oberst Segmüller, der uns ab den zweiten Rast begleitet hat, zum späteren Nach-dem-Marsch-Bier eingeladen. Nochmals vielen Dank dafür.
Alles in Allem war es ein guter Marschtag ohne grossen Beschwerden.
Wie immer erholen wir uns wieder bei Speck und Käse vor dem Zelt und kühlen dabei unsere Füsse im Fussbad. Heute kam dann aber doch die eine oder andere Blase zum Vorschein und es gab sogar eine Premiere in Sachen Blasen* (an den Füssen!!)
Am Abend besuchte uns dann noch ``unser``Däne, welcher uns jeweils am dritten Tag auf dem engen Damm durch die Masse schleust. Zu unserem erstaunen, trägt er ein Kettenhemd unter der Uniform. Leider, so sagte er, zählen sie diese gut 8,8kg nicht als Packungs-Gewicht. Das ist natürlich sehr ärgerlich.
Heute gibt es einen frühen Feierabend, denn Morgen ist bereits um 03:15 Uhr Tagwach!!

Fund des Tages (Jahres!):

*Die Blase am Fuss vom Major

Donnerstag 23.07.2015

Dritter Marschtag. Auch heute laufen wir um 05:45 Uhr los. Am Ende der ``Todesmeile`` wartet Daniel bereits auf uns. Unsere dänische Speerspitze pflügt uns den ganzen Weg bis nach Plasmolen frei. Besonders das Stück auf dem Damm war wohl nicht ganz einfach, obwohl es dieses Jahr scheinbar weniger Leute hat. So kann man auch den Sonnenaufgang besser geniessen.
In Plasmolen, nach gut 18 Kilometer machen wir unseren ersten Halt. Die warme Suppe kommt da gerade recht.
Der nächste Streckenabschnitt bis zum Friedhof in Groesbeek war wohl für den einen oder anderen, ungeübten eine Herausforderung, hat es doch noch einen Hügel und einen Anstieg drin. Wir würden das bei uns einen besseren Bremshügel nennen. Dennoch waren wir froh über diese ``kleine``Abwechslung zu der doch eher Flachen Landschaft hier.
Beim Friedhof in Groesbeek wird die ganze Marschdelegation zur Gedenkzeremonie aufgestellt. Die Andacht gilt den gefallenen Soldaten, welche während der Operation ``Market Garden`` hier in der unmittelbaren Umgebung ihr Leben liessen. Besonders ergreifend ist, das der Grossteil kaum älter als Mitte Zwanzig war.
Nach diesem besonderen Rast bleibt nur noch ein kleines Stück bis zum Camp. Zwei Mal abbiegen und schon sind wir wieder zurück.
Nach der gewohnten Stärkung begeben wir uns noch ins Bierzelt um unser Kamerad Dan zu empfangen. Zum Kettenhemd, welches er ja schon die ganze Zeit getragen hat kommt nun noch ein Wikingerhelm und ein Schwert hinzu. Eine gelungene Show!
Der Dritte Tag ist somit auch vorbei und wir freuen uns auf den vierten und somit letzten Tag hier in Nijmegen. Tagwach morgen 02:15 Uhr…


Erkenntnis des Tages:

Pissoirs mit integriertem Wasserhahn gibt es nicht!!


Tipp des Tages, oder: ``Wenn du sonst keine Schmerzen hast``


Probier mal mit einem Beinelastik unter der Schuheinlage zu laufen (Bracher)
… oder lass die Einlage auf einer Seite ganz weg (Nicolas)

Freitag 24. + Samstag 25.07.2017

Mit etwas Verspätung kommt nun auch noch der Eintrag vom vierten und somit letzten Marschtag.
Es ist 02:15 Uhr, überall klingeln die Wecker. ``Frisch und munter`` quälen wir uns aus dem Bett. Das Morgenessen, Füsse tapen und Packung bereitstellen geht heute nicht so einfach wie auch schon. Die Bewegungen sind gut, aber das Tempo …
Mit kleinen Augen stehen wir also bereit, die letzten gut 46 Kilometer unter die Füsse zu nehmen.
Ein letztes mal laufen wir die lange Allee zum Camp hinaus. Diesmal ist es so dunkel, dass man nicht nur Sprichwörtlich, sondern effektiv die Hand nicht mehr vor Augen sieht.
Trotzdem wir so früh unterwegs sind, bahnen wir uns unseren Weg wie gewohnt zu unserem Suppen - Halt. Anders als letztes Jahr gibt es diesmal (zum Glück!!) keine heisse Dusche für unseren Major*.
Weiterhin gut unterwegs, durchqueren noch Grave, Gassel und Beers, bevor wir In Cuijk ankommen. Mit der eindrucksvollen Kirche im Hintergrund, marschieren wir durch die Menge hinunter zur Maas. Diese überqueren wir nicht auf einer normalen Brücke, sondern auf einer Pontonbrücke. An sich ganz angenehm, wenn es nur nicht so schwanken würde! Zum guten Glück befindet sich der nächste Rast direkt am Ende der Brücke!
Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg, die Uferböschung hinauf und auf der anderen Seite wieder runter, direkt ins … ``HALT, hier gehts lang!!`` … demfall nicht ins Gognac -Zelt.
100 Minuten bis Charlemagne. Wir biegen ab auf die so genannte ``Via Gladiola``, die Strasse welche uns nun direkt nach Charlemagne und später dann zum Ziel in Nijmegen bringt.
Motiviert von den tausendenden Leuten (und free Hug’s!!) ``fliegen`` wir die vorerst letzten Kilometer bis zum allgemeinen Retablierungs-Platz direkt gegenüber vom McDonald’s Malden.
Es ist (vorerst) geschafft!
Zügig retablieren wir unsere Ausrüstung. TAZ wechseln, Schuhe putzen und Beret auf. Ab hier marschiert die Schweizer Marschdelegation nun gemeinsam bis zum Ziel.
Bis dahin bleibt allerdings noch genügend Zeit, um sich ein wenig zu Erholen und kurz beim gelben M vorbeizuschauen.
Nachdem alle Marschgruppen eingetroffen sind und sich retabliert haben, stellt sich die schweizer Marschdelegation auf. Diese Aufgabe übernimmt diesmal Bracher. Werden da etwa schon gewisse Weichen gestellt??
Auch zwei weitere Positionen werden durch Hippos besetzt. Zum einen Schlegel als einer der  Fahnenträger in der ersten Reihe und zum anderen Hotz, der das Marsch-Battalion während der Parade anführt.
An der Spitze des Marsch-Battalion marschiert die WSG Schwyz in alten Unifomen und mit Hellebarden, danach kommt noch die Gruppe der Schweizer Garde in ihren eigenen Uniformen. Zur Musik des Spiels aus Niedergösgen Marschieren wir also durch die Menge, dem Ziel entgegen. Ein letztes Defilee und der 4Daagse 2015 ist geschafft!!!
Zurück im Camp werden wieder die Füsse im kalten Wasser versenkt und natürlich gibts auch heute nochmals Speck und Käse dazu. Leider ist dies das letzte Mal in diesem Jahr.
Nun räumen wir zusammen, packen unsere Sachen und während sich die Fahrer aufs Ohr hauen, geniessen die Anderen noch ein letztes Bier im Bierzelt.
Um 00:00 Uhr setzt sich dann der Zweier - Konvoi in Richtung Schweiz in Bewegung.
Unzählige Eindrücke und ein paar wenige Blasen nehmen wir von diesem einzigartigen Erlebnis  mit und freuen uns nun doch auch wieder auf Zuhause.

*Ansonsten würde dies auch unter die Kategorie ``Tipp des Tages`` von gestern fallen. Ist aber nicht empfehlenswert, also nicht zu Hause nachmachen!!!


Besten Dank an alle Angehörigen, zuhause gebliebenen Hippos und Bekannten der Marschgruppe für die Unterstützung und Aufmunterungen während der Woche!!